Zahlt die Privathaftpflicht den Schlüsseldienst?

Ein verlorener Schlüssel ist immer eine ärgerliche, vor allem aber auch eine kostspielige Angelegenheit. Handelt es sich bei diesem Missgeschick um den eigenen Schlüssel, so ist dies bereits unangenehm genug, wirklich haarig wird die Sache allerdings erst, wenn es sich bei den abhanden gekommenen Schlüssel um den eines Anderen, schlimmstenfalls um einen Schlüssel zu einer Schließanlage eines Gebäudekomplexes wie dem des Arbeitgebers handelt. Die hier entstehenden Kosten sind immens. Fast automatisch stellt sich dem betroffenen dann die Frage, ob er dagegen versichert ist. Hier käme als erstes die private Haftpflicht Versicherung in Frage. Ob dem jedoch so ist, gilt es jedoch zu prüfen.

Definition der Privathaftpflicht

Eine Haftpflicht tritt dann ein, wenn jemand schuldhaft einem anderen einen finanziellen Schaden zugefügt hat. Dies kann durch die schuldhafte Verletzung einer Vertragspflicht,  die schuldhafte Verletzung der Sorgfaltspflicht, oder aber die schuldhafte Erhöhung der Gefährdung durch entsprechendes Verhalten der Fall sein. Letzteres wird auch als Gefährdungshaftung bezeichnet. Wiederholt ist hier das Wort schuldhaft erwähnt. Die Schuld muß nachgewiesen sein, um eine Haftung zu begründen. Im Falle des Schlüsselverlustes kann man davon ausgehen, daß eine Schuld vorliegt. Doch ist es schwierig, festzustellen, ob es sich dabei um mangelnde Sorgfalt, oder Gefährdung handelt. Ganz gewiss handelt es sich nicht um eine Verletzung der Vertragspflicht. Aus diesem Grund ist das so genannte Schlüsselrisiko zunächst einmal aus der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Gesetzliche Entscheidungen zum Them Haftpflicht hier klicken.

schlüsseldienstSchlüsselrisiko

Das so genannte Schlüsselrisiko sollte ebenfalls genauer definiert werden. Wie bereits erwähnt tritt eine Haftpflichtversicherung nur dann ein, wenn die schuldhafte Schädigung eines Dritten vorliegt. Dies ist im Falle des verlorenen Schlüssels also auch nur dann der Fall, wenn es sich nicht um den eigenen Schlüssel, sondern den eines Dritten handelt. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Nicht mitversichert sind  Autoschlüssel und Tresorschlüssel, sowie Schlüssel zu Möbeln. Ebenfalls ausgeschlossen sind eventuelle Folgeschäden: Wenn die Eigentümer einer Wohnung, oder deren Kinder die Schlüssel verlieren und im Anschluss wird mit diesen Schlüsseln die Wohnung leer geräumt, ist dies nicht in der Privathaftpflicht www.haftpflichttipp.com mitversichert. Dies wäre noch nicht einmal ein Einbruchdiebstahl, der dann über die Hausratversicherung abgedeckt wäre, denn ein Einbruch hat ja ebenfalls nicht stattgefunden. Wichtig zu wissen: Die Haftpflichtversicherung kann im Falle des Verlustes von Schlüsseln zu Räumlichkeiten des Arbeitgebers einspringen. Hier können die Kosten durch den dann notwendigen Austausch der kompletten Schliessanlage immens. In einem solchen Falle wären sogar eventuelle Sicherungsmaßnahmen mitversichert.

Einschluss des Schlüsselrisikos

Ebenso unterschiedlich wie die Einzelfälle, die das Schlüsselrisiko in sich bergen, sind auch mögliche Haftpflicht-Tarife, die diese Risiken abdecken, aufgebaut. Mitunter wird zwischen dem Verlust von privaten Schlüsseln, der Verlust von Schlüsseln zur zentralen Schliessanlage beispielsweise im Mehrparteiengebäude (hier ist der Schlüssel zur eigenen Wohnung explizit ausgeschlossen) und der Verlust des Schlüssels von Dienstherren unterschieden. Hier bieten die Anbieter unterschiedliche Tarife an. Während man bei einigen Gesellschaften einzelne Bausteine an- oder abwählen kann, hat der Interessent bei anderen nur die Möglichkeit zwischen zwei oder drei vorgefertigten Tarifmodellen zu wählen. Es ist daher schwierig, die Kosten das Schlüsselrisiko zu ermitteln, da die Mitversicherung oftmals auch andere Bausteine umfasst, die in den Mehrkosten enthalten sind. Bei einem Privathaftpflicht Online-Vergleich mehrerer Versicherungen mit und ohne Einschluss des Schlüsselrisikos kommt man zu einem ähnlichen Ergebnis. Hier ist jedoch festzustellen, daß sich die Preise einiger Versicherungen überhaupt nicht ändern, sie das Schlüsselrisiko also scheinbar bereits in ihrem Leistungsumfang von vorne herein enthalten zu haben scheinen. Ungefähr beträgt der Aufpreis für das Schlüsselrisiko 10-20%.

Macht der Einschluss in die Haftpflicht Sinn?

Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden. Menschen, die die Gewalt über viele Schlüssel hat, kann der Aufpreis eine durchaus sinnvolle Mehrausgabe sein. Hier gilt es aber, das Tarifwerk hinsichtlich der allgemeinen Bedingungen genau zu studieren, um festzustellen, ob das individuelle Risiko auch wirklich mit eingeschlossen ist.